Mund-Nase-Deckchen

Wollt Ihr Eure Münder und Nasen abdecken, habt aber keinen medizinischen Schutz zur Hand, könnt Ihr Euch ein MND (Mund-Nase-Deckchen) selbst nähen.

Diese kleine Nähanleitung ist nur eine Kopfkleid-Idee. Das hier gezeigte MND entspricht nicht den medizinischen Standards. Vielleicht fühlt Ihr Euch trotzdem damit ein wenig sicherer, da draussen in der freien Viren-Wildbahn.

Ich habe mir diverse Schnittmuster und Anleitungen angesehen, die im Netz kursieren und präsentiere hier eine einfache Version, das Kopfkleid-Mund-Nase-Deckchen:

Das Material sollte kochbare Baumwolle sein, durch die Ihr noch leicht durchatmen könnt. Woher jetzt einen leichten Baumwollstoff nehmen? Meine Ikea-Geschirrhandtücher sind bereits gewaschen, aus reiner Baumwolle und meinen Atemtest haben sie auch bestanden, also fange ich an die frischen Geschirrhandtücher zuzuschneiden.

Je MND 1 X 17 cm X 20 cm für das zu faltende Mittelteil

Ich bin von den Empfehlungen abgewichen, den Stoff doppelt zu legen. Sonst hätte ich keine Luft mehr bekommen.

Ihr faltet das Mittelteil, indem Ihr den Stoff in drei bleichgroße Falten legt und diese bügelt.

Je MND 2 X 4-5 cm breite und 17 cm breite Streifen zum sauberen Einfassen an der oberen und unteren Kante.

Die Streifen werden gebügelt, erst einmal längs gefaltet, dann beide Kanten nochmals einschlagen, damit beim späteren Nähen die Kanten gleich sauber sind.

Den Mittelstoff einlegen und mit Stecknadeln alles fixieren.

In die obere Kantenverbrämung kann ein dünner Metallstreifen eingelegt werden. Ich habe kunststoffumwickelten Blumendraht genommen. Dieser Draht nimmt das Profil Eurer Nasenrückenkontur an und formt das MND. Achtung, näht nicht auf dem Draht. Das könnte Eure Nähmaschine zerstören.

Sind die obere und untere Kante (quer über die Nase und unterhalb des Kinns) fest angenäht, werden die Bindebänder in gleicher Weise wie die Streifen angenäht. Ein wenig Fummelarbeit ist es schon aber das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen. Versucht es mal, Eure Tante Adele.

Microinvasion Corona

Bei uns in Nordhessen, in der Mitte Deutschlands, sozusagen in Zentraleuropa, sind jetzt alle Konsumgütergeschäfte geschlossen. Ich kann nicht mehr zu Ikea fahren oder mir ein Wollknäul im Laden kaufen. All das passiert zum Wohl der Bevölkerung. Auch ich selbst habe gehamstert, damit wir unbeschadet über die Runden kommen. Mein Problem ist, dass diese Seuche nicht greifbar ist. Fast wie man es bei einem nuklearen Fallout vermuten würde, bewegen wir uns wie in Trance durch vereinsamte Fußgängerzonen, werden kritisch beäugt und beobachten kritisch mit Sicherheitsabstand andere. Isolation soll die Lösung sein. Aber all die schlauen Überlegungen erwachsener Menschen zur Vorbeugung und die Ratschläge namenhafter Virologen reichen nicht aus. Weil links und rechts Grenzen in Europa geschlossen werden, will nun wohl auch Deutschland nicht abseits stehen. Wir machen mit und machen zu.

Wir selbst haben kein Ladengeschäft aber unsere Modelle werden über das Geschäft Hut & Mütze in der Kasseler Innenstadt angeboten. Diese lieben Einzelhändler haben es jetzt bestimmt nicht leicht, einfach die Türen zu schließen und auf bessere Zeiten zu warten. Plötzlich ist unser ganzes freiheitliches Leben auf den Kopf gestellt. Reisefreiheit, Religionsausübung, Versammlungsfreiheit, da kann man nur sagen Corona contra Grundgesetz. Solange wir die Freiheit hatten, das zu tun was wir wollten, war dieses Gut nicht weiter erwähnenswert. Heute und morgen werden wir feststellen, wie wertvoll Gesundheit und Freiheit sind.

Ich mache mir Sorgen um die vielen älteren Menschen, die vereinsamen und allein in ihren Wohnungen sitzen.

Ich mache mir Sorgen um all die jungen Leute, die jetzt keine Möglichkeit mehr haben ihre Energie in der Schule, durch Tanz oder Sport freizusetzen. Hoffentlich haben sie sich alle im Griff.

Ich mache mir Sorgen was aus den Menschen wird, die ihren Alltag mit Unterstützung der Tafeln bestritten haben. Die Tafeln, wie die Kasseler Tafel, wurde zum Schutz der ehrenamtlichen Helfer geschlossen.

Ich mache mir Sorgen, ob nach Schließung der Bordellbetriebe die Vergewaltigungsrate von Frauen anwachsen wird. Kann Frau dann noch frei und selbstständig auch bei Dunkelheit zu Fuß unterwegs sein?

Ich mache mir Sorgen, ob unsere Verkehrswege den Zuwachs an Fahrzeugen verkraften, ob die Autobahnen noch verstopfter sein werden und die Verkehrsteilnehmer noch rabiater ihre Rechte am Steuer ihres Autos auf Kosten anderer einfordern werden.

Ich mache mir Sorgen ob unsere ökologischen Ziele noch Bedeutung haben, denn jetzt können die Brummis auch Sonntags fahren. Dafür fahren weniger Züge und Straßenbahnen, wegen der Ansteckungsgefahr.

Hätten wir das allen verhindern können, wenn unsere Welt durch die Globalisierung nicht so klein geworden wär? Ich schaue auf meine Wolle, pastellfarbene Merinowolle aus der ich momentan mein Modell Coco fertige. Diese schöne, feine Merinowolle kommt aus China. Hat Coco jetzt auch Corona?

Bleibt Gesund, Eure Tante Adele

Kassel, den 17.03.2020

Machen wir einen Ausflug in die Geschichte des Strickens

Die Ursprünge des Strickens sind bis heute ungewiss. Stämme aus Kleinasien trugen schon 1.900 v. Chr. Vorläufer der Stricksocke an den Füßen. Wahrscheinlich ist das Stricken aus der Netzarbeit – dem Verknoten von Fäden als erste Techniken zur Fertigung von Fischernetzen – und später, der Nadelarbeit – dem Verschlingen der Fäden mit Hilfe einer Nadel – hervorgegangen. Im Unterschied zu beiden Vorstufen werden bei dem Stricken zwei Nadeln benutzt. In der Antike fand das Stricken vor allem Anwendung bei der Herstellung von Theaterkostümen.

Nachdem das Stricken etwas in Vergessenheit geriet, reimportierten es wahrscheinlich die Mauren nach Europa, genauer gesagt nach Spanien: Erhalten sind Kissenbezüge aus dem späten 13. Jahrhundert, die in Gräbern der kastilischen Königsfamilie gefunden wurden.

Im Hochmittelalter prägte das Stricken immer mehr die Hausarbeit der Frauen. Das Rundstricken mit vier oder fünf Nadeln stammt aus dieser Zeit. In Italien verbreitete sich das Tragen von Stricksocken. Auch Henry IV. von England soll überzeugter Stricksockenträger gewesen sein.

Das Handstricken entwickelte sich im Hoch- und Spätmittelalter zu einem anerkannten Handwerk. Daher gibt es deutlich mehr Strickfunde aus dieser Zeit. Das gewerbliche Stricken entstand im 13. Jahrhundert in Paris. Zunächst nicht sehr hoch in der Hierarchie der Handwerke angesiedelt, schaffte es bis zum Beginn des 16. Jahrhunderts den Aufstieg zu einer der wichtigsten Handwerkergilden.

Im Jahr 1600 wurden erstmalig in Deutschland die „Nürnberger Hosen- und Strumpfstricker“ urkundlich erwähnt. Männer und Frauen strickten gleichermaßen. Diese rasche Aufwertung der Handarbeit könnte zusammenhängen mit der wachsenden Nachfrage nach möglichst körperbetonten Beinkleidern in der Männermode.

1598 baute der englische Pfarrer William Lee eine Handkuliermaschine, mit der Strümpfe maschinell sechsmal schneller als per Hand gestrickt werden konnten. Königin Elizabeth I. war sich schnell der möglichen Folgen bewusst: Sie verbot die Maschine, um die Arbeitsplätze der Handstricker zu schützen. Lee verließ daraufhin die Heimat und ging nach Rouen in Frankreich, wo er seine Erfindung erfolgreich vermarkten konnte. Lees Strickmaschine gilt als Vorbote der Mechanisierung im Textilgewerbe, die Ende des 18. Jahrhunderts die industrielle Revolution einläutete. (Quelle Lexi TV)

Heute ist Stricken und Häkeln wieder absolut in.

Besonders die Ergebnisse der individuellen Wollgewirke, die immer anders und besonders aussehen, geben jedem Stück seine Einzigartigkeit.

 

Eure Coco Adele Fleur

Tante Adele Tipp: Einleitung zu sanften Maschen

Farben sprechen unsere Gefühlswelt an und unterstützen unsere Stimmungen.

Arbeiten wir mit farbigen Garnen, die ein klares und homogen farbiges Strickbild ergeben, nimmt die Farbe Einfluss auf unser Tun und unsere Gefühle.

Jeder von uns kennt Farben, die sie oder er gern ansieht. In diese Farben kleidet sie oder er sich gern, vielleicht unbewusst öfter als in andere Farben. So ist das mit Lieblingsfarben.

Nachdem wir uns mit der Farblehre und ein wenig Farbtherapie beschäftigt haben, können wir alle sicher nicht mehr unterscheiden ob unsere Vorlieben und Abneigungen auf die Besonderheiten und Deutungskraft der einzelnen Farben zurückzuführen sind oder auf unserem bisherigen ungeschulten und individuellen Geschmack beruhen. Unsere Persönlichkeit spricht meist ein lautes Wort mit, selbst wenn bestimmte Farben nach der neuesten Mode ein „must have“ sind.

Unsere Verpackung, unsere Kleidung, kann allein durch ihre Farbe Signale senden. Entsprechen diese Signale der Trägerin bzw. dem Träger, so erscheint diese/r als authentisch und überzeugend.

Warum tragen so viele Bänker dunkle, meist dunkelblaue Anzüge oder Kostüme und warum sind die meisten Internetseiten von Finanzdienstleistern in Blautönen gehalten?

Dunkelblau ist für den Betrachter/ die Betrachterin vertrauenswürdig und gediegen. Dunkelblau wiegt den Betrachter in eine ruhige Sicherheit. Dunkelblau sagt,“ hier ist Wahrhaftigkeit. Du bist hier sicher“.

Farblehre und Farbgestaltung können das Empfinden des Betrachters maßgeblich beeinflussen. Kennt Ihr diese Wirkung, so könnt Ihr sie für Euch nutzen und auch einsetzen. Manche Farben wirken wie eine Schlaftablette. Dunkelblau gehört unbedingt zu den beruhigend wirkenden Farben.

Ihr könnt Euch selbst stimulieren oder mit der Wahl der großflächigen Farbe Eurer Garderobe selbst Eure Wirkung auf andere beeinflussen.

Im Rahmen der Farbbetrachtung arbeite ich sehr gern mit klaren Farben, die ich verstricke oder häkele. Je nach Eurer Fingerfertigkeit und Geschwindigkeit beim Handarbeiten können langsamere ein Gestrick in Form eines glatten Vierecks wie einen Topflappen zur Selbstmeditation fertigen. Wir sollten eine halbe Stunde oder besser eine Stunde mit dem Farb-Gestrick am Stück verbringen. Die Farbe und die Fingerarbeit isolieren unsere Gedanken vom Alltag, dem wir entfliehen wollen. Die Farbfläche, die durch die Arbeit entsteht, wird immer größer und nimmt an Wirkintensität auf unser Gemüt mit jeder gestrickten Reihe zu. Zum Ende der Arbeit die auch das Ende der Selbst-Meditation darstellt, liegt eine Farbfläche vor uns die wir selbst geschaffen haben. Die Farbe spricht zu unserem Unterbewusstsein, dass durch die getane Arbeit weit aufnahmefähig und positiv stolz gestimmt ist. Wir kauern nicht innerlich aus Frust über unser schweres Leben. Nein, wir haben für uns etwas geschaffen dass uns völlig ohne Nebenwirkungen in eine bessere Stimmung versetzt.

In den nächsten Tante Adele Tipps werde ich weiter über Farbbetrachtung und die Wirkung der Farben schreiben, bleibt dran, Eure Tante Adele.

 

 

 

Kopfkleid – Redaktionsanmerkung:

Tante Adele hat sich den Kopf darüber zerbrochen, wie Sie Ihre Leserinnen und Leser anreden soll. Sie ist zu der Überzeugung gelangt, dass sie als Tante ihre Leserschaft doch gern mit Ihr und Euch anreden möchte. Genauso wie sie es bei ihren Nichten und Neffen täte, denen sie auch nur helfen und die sie zum Besten anleiten möchte. Sollten Sie eine gesellschaftlich höflichere Anrede mit „Sie“ vermissen, so bittet Tante Adele an dieser Stelle um Entschuldigung. Sie meint es immer nur gut und möchte niemanden verletzen.

Tante Adele hilft

 

Ihr Lieben,

ich weiß, ich weiß, Ihr möchtet mich etwas fragen und wisst gar nicht wo Ihr anfangen sollt.

Zuerst einmal, ich bin super leicht zu erreichen. Eure Nachrichten und Fragen, die Ihr mir über unser Kontaktformular mailt oder auf Facebook unter Kopfkleid postet, werden von mir beantwortet. Ihr fragt, ich antworte.

Klar, die Kopfkleid-Manufactur will Mützen-Modelle verkaufen aber meine Antworten auf Eure Fragen sind erst mal kostenfrei.

Ich habe vor, konkrete Erklärungen einfacher Fragen rund um das Handarbeiten als Tante Adele Tipp hier zu veröffentlichen.

(übrigens Kopfkleid gibts auch auf Twitter und Instagram)

Eure Tante Adele

DIY Intro

DIY soll bekanntermaßen „Do it yourself “ heißen. Ich will Sie und Euch alle dafür begeistern, Strick- und Häkelnadeln nicht als gefährliche Geräte sondern als Hilfsmittel zum Entspannen und Wohlfühlen zu nutzen.

Jeder fängt mit kleinen Schritten an. So kann ein einfaches Gestrick bereits während seiner Entstehung auf der Nadel positive Gefühle und Beruhigung bieten. Farben und die Bewegung, die Konzentration auf die Arbeit und die damit verbundene alternative Gedankenwelt, jenseits des ermüdenden Arbeitsalltags, entspannen und beruhigen.

Was schönes erschaffen und sich selbst etwas gutes tun.

Bleibt kreativ, Eure Coco A. Fleur